Neue Theorie zum Tunguska-Ereignis

Vor 112 Jahren passierte am 30. Juni 1908 in der sibirischen Region Tunguska ein bis heute gelöstes Ereignis, bei dem ein mysteriöses Objekt explodierte und ein ganzes Waldgebiet zerstörte. Über 60 Millionen Bäume auf einer Fläche von 2.000 Quadratkilometern knickten um.

Jetzt haben russische Forscher eine neue Theorie entwickelt, die einen Eisenasteroid aus dem Weltraum als Quelle für die unermessliche Zerstörung ermittelten.

 

Was sagt die neue Theorie zum Tunguska-Ereignis?

Das Team des verantwortlichen Wissenschaftlers Dr. Sergei Karpov, der am Kirensky Institut für Physik in Krasnojarsk arbeitet, veröffentlichte die neue Theorie zum Tunguska-Ereignis im Forschungsjournal “Monthly Notices of the Royal Astronomical Society”.

Die Forscher sehen einen Eisenasteroiden als Ursache für die Explosion. Der Asteroid sei in die Atmosphäre eingetaucht, durchflog sie und verließ sie wieder, um in eine Umlaufbahn in der Nähe der Sonne einzuschwenken.

Wie die Wissenschaftler erklären, sei der eisenhaltige Himmelskörper ihren Berechnungen zufolge 100 bis 200 Meter im Durchmesser groß gewesen,Die Länge der Flugbahn spreche nicht für ein Objekt aus Eis, denn dann wäre die Strecke kürzer als bei den Beobachtungen gewesen.

Das Forscherteam betrachtet in seiner Studie einen vorbeiziehenden Himmelskörper aus dem Weltraum als Ursache für das Ereignis, der eine Schockwelle auslöste anstatt auf der Erdoberfläche aufzuprallen. Das Himmelsobjekt tauchte auf einer Strecke von 3.000 Kilometern in eine Höhe von 10 bis 15 Kilometern in die irdische Atmosphäre ein.

Er habe dabei eine Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Sekunde erreicht und entschwand wieder ins All. Bei dem Vorgang verlor er rund 50 Prozent seines auf drei Millionen Tonnen bezifferten Gewichts.

 

Massive Schockwelle

Als der Meteor bei seinem Streifzug über der Tunguska-Region langsam verdunstete, könnte beispielsweise Hochtemperaturplasma eine Explosion ausgelöst und eine massive Schockwelle verursacht haben.

Im Epizentrum fanden sich keine Eisentröpfchen, weil der Asteroidenkörper derart heiß wurde, dass sie den Erdboden nicht erreichten, vollständig schmolzen und das Objekt keinen Einschlagskrater hinterließ.

Die Theorie des russisches Wissenschaftlerteams wird durch das Faktum untermauert, dass sich bis heute kein Einschlagskrater fand.

Viele Augenzeugen berichteten zum Zeitpunkt des Tunguska-Ereignisses von einem stundenlangen merkwürdigen Nachtleuchten, welches den nächtlichen Himmel strahlend erhellte. Selbst in London und anderen Regionen der Welt war das grelle Leuchten zu sehen.

 

Zahlreiche Theorien

Die neue Studie reiht sich ein in zahlreiche Theorien ein, die in den letzten Jahrzehnten die Öffentlichkeit erreichten und bis heute heiß diskutiert werden.

Eine der spannendesten Denkansätze spricht vom Absturz eines außerirdisches Raumschiffs, welches verfolgt und abgeschossen wurde. Die Ufo-Theorie gilt nicht als sonderlich glaubwürdig, weil bislang keine echten Beweise vorliegen.

Eine Art Atombombe, Eis-Asteroid, Komet und ein Fels-Metall-Himmelskörper sind als Ursachen ebenfalls in der wissenschaftlichen Diskussion. Der Cheko-See im Umfeld der zerstörten Waldregion gilt manchen Fachleuten als Einschlagsort, doch die Forscherwelt steht dieser Vorstellung skeptisch gegenüber.

Die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Ereignisses wie in Tunguska schätzen Forscher als gering ein. Alle tausend bis zweitausend Jahre sei ein solcher Einschlag mit einer derartigen ungeheuren Zerstörungswut möglich. Zu unserer Zeit werden wir es nicht erleben, dass ein so großes Objekt auf der Erde einschlägt.

Die NASA, ESA und andere Weltraumbehörden haben Überwachungssysteme installiert, um frühzeitig gefährliche erdnahe Objekte zu erkennen. An wirksamen Systemen zur Abwehr arbeiten Forschungseinrichtungen und Institute weltweit.

Bei einem Asteroideneinschlag würden Milliarden Menschen sterben, sich die Erde für Jahrzehnte in eine eisige Ödnis verwandeln und nur Leben unterhalb der Erdoberfläche möglich sein.

Das Tunguska-Ereignis stellt die Forscherwelt nunmehr seit über 100 Jahren vor ein Rätsel.

 

Quellen:

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